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2:1 gegen Essen
Gladbach dreht Rückstand und wendet Erstrunden-Aus ab

Essen - Gladbach: die Bilder des Spiels FOTO: rtr, saw

Borussia Mönchengladbach steht in der zweiten DFB-Pokalrunde. Die Gladbacher drehten in der zweiten Halbzeit einen Rückstand und setzten sich mit 2:1 (0:1) gegen Regionalligist Rot-Weiss Essen durch.

Professor Michael Welling hatte vor der ersten Runde im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach an glorreiche Zeiten von Rot-Weiss Essen erinnert. Der Präsident des Viertligisten hatte Klubidol Willi "Ente" Lippens zitiert: "Berti Vogts bekommt noch heute Schweißausbrüche, wenn er nur meinen Namen hört." Vogts‘ Nachfolgegeneration aus dem Jahr 2017 hatte am Freitagabend ein anderes Schreckgespenst: Benjamin Baier. Denn der RWE-Kapitän schockte den Vorjahres-Halbfinalisten in der 29. Minute, als er eine Flanke von Dennis Malura völlig unbedrängt ins Tor köpfte. Das mit 18.500 Zuschauern ausverkaufte Stadion an der Hafenstraße explodierte förmlich im Jubel der Heimfans. Am Ende freuten sich aber die Gäste über einen schwer erkämpften 2:1 (0:1)-Sieg.

Trainer Dieter Hecking hatte in Essen in Matthias Ginter und Denis Zakaria zwei Zugänge aufgeboten, ansonsten setzte er auf das Korsett der vergangenen Saison. Die Botschaft war klar: Beim Regionalligisten, der sonst gegen Borussias Zweitvertretung antritt, sollte es kein Stolpern geben. Der haushohe Favorit begann dann auch gefällig, erspielte sich wie erwartet ein Plus an Chancen, zwingend war es aber nur selten, weil Essen von Sven Demandt, dem ehemaligen Jugendtrainer in Gladbach, naturgemäß defensiv eingestellt war.

So dauerte es rund zehn Minuten, bis es im Strafraum der Gastgeber erstmals ein wenig aufregender wurde. Nach einer Ecke von Thorgan Hazard von rechts nahm Lars Stindl den Ball direkt, doch der Schuss des Nationalspielers wurde noch abgefälscht. Der Confed-Cup-Sieger hatte auch die nächste Gelegenheit nach dem sehenswertesten Angriff des Spiels: Nico Elvedis Flankenwechsel fand Ibrahima Traoré, der den Ball auf Raffael abtropfen ließ, der wiederum Hazard auf der anderen Seite des Spielfeldes bediente. Dessen Flanke in den Strafraum konnte aber Stindl nicht entscheidend verarbeiten.

Baier bestraft Nachlässigkeiten

In der Folge wurde Borussia defensiv etwas nachlässiger, RWE tauchte erstmals im Strafraum der Gäste auf: Malura flankte von rechts und der ehemalige Gladbacher Nachwuchsspieler Marcel Platzek rauschte heran, wurde aber noch abgeblockt. Die anschließende Ecke setzte Philipp Zeiger, der mit seinen 1,94 Metern Körperlänge defensiv den mit 1,99 Metern längsten Borussen Jannik Vestergaard bei dessen Vorstößen gut im Griff hatte, über das Tor von Yann Sommer. Der zeigte sich kurz darauf bei einer erneuten Flanke von Malura unsicher, doch auch das taugte nicht zur Warnung an die Gäste: Der dritte Ball von Malura in den Strafraum fand Benjamin Baier und der Bruder des Augsburger Profis Daniel bestrafte den immer pomadiger agierenden Bundesligisten. Da hatte es unter anderem Ginter versäumt, den Angriff schon früh zu stoppen.

Von da an lief Borussia einem Rückstand hinterher und stemmte sich gegen das frühestmögliche Aus im nationalen Pokal. Nach einer Vielzahl ausgelassener Chancen – unter anderem der größten von Christoph Kramer, der aus zwei Metern Torentfernung noch geblockt wurde, war es der für Zakaria eingewechselte Jonas Hofmann, der das 1:1 für den Favoriten erzielte (79. Minute). Und nur drei Minuten später drehte Raffael die Partie, als er nach einer Kopfballablage von Hazard goldrichtig stand. Borussia verhinderte so die Blamage knapp. Glorreich war das nicht.

 
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