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Grevenbroich
Erinnerung an die jungen Opfer des Holocausts

Grevenbroich. Ulrich Herlitz erforscht Schicksale aus Grevenbroich.

Bürgermeister Klaus Krützen und Ulrich Herlitz vom Arbeitskreis Judentum des Grevenbroicher Geschichtsvereins haben jetzt auf dem jüdischen Friedhof in Hemmerden an die Holocaustopfer aus dem Stadtgebiet erinnert. Insgesamt wurden mehr als 200 Menschen aus Grevenbroich in den Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet.

In Hemmerden lebte bis zu ihrem Tod im Jahr 1998 mit Marianne Stern (geborene Winter) auch eine der wenigen Holocaust-Überlebenden, die in ihre Heimatstadt zurückgekommen waren. Marianne Stern hatte ihre gesamte Familie im Holocaust verloren. Sie ist als letzte Grevenbroicher Jüdin auf dem Friedhof beigesetzt.

"Lediglich ihre Cousins - Helmut Sachs und die beiden Brüder Walter und Alfred Theisebach - überlebten", schildert Ulrich Herlitz. Alfred entkam den Nationalsozialisten, weil er noch kurz vor Kriegsausbruch und Vollendung seines 18. Lebensjahres mit einem "Kindertransport" nach England kam; sein Bruder Walter und Helmut Sachs überlebten das Ghetto und das Konzentrationslager in Riga als Kind beziehungsweise Jugendlicher.

Nachdem im Jahr 2001 der "Zug der Erinnerung" - eine rollende Ausstellung zu den im Holocaust ermordeten Kindern - in Grevenbroich Station machte, erforscht Ulrich Herlitz die Schicksale von jüdischen Kindern aus dem Stadtgebiet. Die Biografien werden nun im Jahrbuch des Kreisheimatbundes veröffentlicht, das heute in der Elsener Zehnscheune vorgestellt wird.

Seit 1988 recherchiert Herlitz intensiv nach Namen der Holocaustopfer aus Grevenbroich. Waren zu Beginn seiner Arbeiten 110 Namen bekannt, hat er durch intensive Suche in Archiven oder Gesprächen mit überlebenden Familienangehörigen inzwischen 218 Grevenbroicher Opfer ausfindig gemacht.

Quelle: NGZ
 
 
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