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Leverkusen
Anleger erheben Sammelklage gegen Monsanto-Deal

Leverkusen. Bayer blickt gespannt in die USA. US-Beschäftigte spendeten für Wahlkämpfe 550.000 Euro - das Gros für Republikaner.

Bei der Übernahme von Monsanto bekommt Bayer Gegenwind. Anleger in den USA haben sich zu einer Sammelklage gegen die geplante Fusion mit Bayer entschlossen. Ziel der Klage sei es, dass der Zusammenschluss untersagt werde, gab Monsanto bekannt. Der Konzernführung werde zur Last gelegt, Treuepflichten verletzt zu haben. Die Kläger werfen dem Management vor, das Unternehmen in der Übernahmevereinbarung nicht hoch genug bewertet zu haben. Dem widersprach der US-Konzern: Monsanto gehe davon aus, dass die Vorwürfe unbegründet seien.

Bayer hatte sich im September mit Monsanto auf eine Übernahme verständigt. Demnach wollen die Leverkusener den US-Konzern für 59 Milliarden Euro kaufen. Bayer hatte sein Angebot mehrfach erhöht. Das Monsanto-Management hält den schließlich erreichten Preis von 128 Dollar je Aktie für fair und hat sich das auch durch Gutachten bestätigen lassen. In den USA sind solche Sammelklagen auf der Zielgeraden von Übernahmen üblich. Die Kläger hoffen darauf, dass die Konzerne ihnen Geld bieten, damit sie die Klagen fallen lassen.

Am 13. Dezember entscheiden die Monsanto-Aktionäre über die Fusionsvereinbarung. Monsanto-Chef Hugh Grant und seine Kollegen empfehlen ihnen die Zustimmung. Im neuen Jahr will Bayer die Genehmigung der EU-Kartellbehörden beantragen, in den USA soll das noch 2016 erfolgen.

Mit Spannung blickt man darauf, wie sich der Regierungswechsel in den USA auf den Kartellentscheid auswirkt. Wie in einigen deutschen Konzernen üblich, haben auch die US-Beschäftigten von Bayer für US- Politiker gespendet. Insgesamt gaben die Bayer-Mitarbeiter 550.000 Euro, das Gros ging an die Republikaner von Donald Trump: nämlich 80 Prozent. Nach US-Recht dürfen nur US-Bürger spenden, Konzernen - egal ob aus den USA oder aus dem Ausland - ist dies verboten. Erlaubt sind aber firmeninterne Spendenausschüsse ("Political Action Committees"). Mit dem Geld können Kandidaten für Repräsentantenhaus und Senat unterstützt werden, nicht aber Präsidentschafts-Kandidaten. Oft spielen dabei lokale Faktoren eine Rolle.

(anh/dpa)
 
 
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