Halbfinale im Confed Cup Vidal und Co. haben keine Angst vor "Schreckensgespenst" Ronaldo

Kasan · Es ist das Duell der größten Stars beim Confed Cup: Chile mit Arturo Vidal und Alexis Sanchez gegen Cristiano Ronaldos Portugal. Im Halbfinale wollen Chile und Portugal den vorletzten Schritt zu ihrem ersten Welt-Titel. Ein Spieler denkt dabei schon an Deutschland.

Confed Cup 2017: Arturo Vidal bringt Chile auf Siegkurs
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Vidal bringt Chile gegen Kamerun auf Siegkurs

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Arturo Vidal & Co. lassen sich von "Schreckgespenst" Cristiano Ronaldo keine Angst einjagen, der viermalige Weltfußballer gibt sich selbstbewusst wie eh und je. Im Halbfinale der Superstars wollen Chile und Portugal beim Confed Cup den vorletzten Schritt zum Premierentriumph auf der Weltbühne machen. "Ronaldo ist in Topform, aber sie haben mehr zu bieten als nur ihn", sagte Vidal vor dem Duell am Mittwoch (20 Uhr) in Kasan. "Wir sind schon zuvor auf andere Teams von ihrer Qualität getroffen und haben gut darauf reagiert. Wir müssen einfach an uns selbst glauben."

Nach dem Viertelfinal-K.o. mit dem FC Bayern gegen Real Madrid in der Königsklasse soll es für Vidal an der Seite des auch in München begehrten Alexis Sanchez nicht das nächste Ronaldo-Trauma geben. Sowohl der Copa-America-Champion 2015 und 2016 als auch der Europameister aus dem vergangenen Sommer wollen in Russland ihre ersten Titel überhaupt veredeln. Der Confed Cup werde in Portugals "Geschichtsbücher eingehen", schwärmte Ronaldo schon vor der Auftaktpartie: "Der Turniersieg wäre natürlich ein Traum."

Der ins Zwielicht geratene 32-Jährige beantwortet in Russland nach dem Wirbel um die Steueranschuldigungen und angeblichen Wechselgedanken keine Journalistenfragen, gibt höchstens kurze Statements nach seiner routinemäßigen Wahl zum Spieler des Spiels ab. Nur in sozialen Netzwerken lässt Ronaldo vor dem Halbfinale die Muskeln spielen, inszenierte sich in lässiger Pose mit seinen Teamkollegen als "bereit für morgen".

Stattdessen gab Trainer Fernando Santos die Tonlage für sein Team vor, das sich dem aggressiven Spielstil der Chilenen um Vidal widersetzen soll. "Wir sind auch Krieger, von lusitanischem Blut", formulierte der Coach, der auf Dortmunds verletzten Verteidiger Raphael Guerreiro verzichten muss. "Wir sind bereit und wollen wieder Geschichte für Portugal schreiben", sagte Mittelfeldspieler Adrien Silva ähnlich forsch.

Beim Confed Cup reichten für den lockeren Halbfinaleinzug bislang auch nur kurze Glanzmomente von Kapitän Ronaldo. Und doch versucht sich Chile möglichst unbeeindruckt zu präsentieren. "In Portugal gibt es keinen cuco", scherzte Vidal nach dem Zitter-Weiterkommen beim 1:1 gegen Australien. "Cuco" ist in Lateinamerika ein mythischer Geist, der Kinder um den Schlaf bringt. Will sagen: Ronaldo sorgt bei uns für keinen Schrecken. Beleidigt hatte Vidal seinen Rivalen, wie international nach falschen Übersetzungen in vielen Medien zu lesen war, aber keinesfalls. "Eine der großen Tugenden dieser Goldenen Generation Chiles ist, dass sie sich vor niemandem mehr fürchtet", lobte die Zeitung "La Tercera" die neue Angriffslust.

Aus Underdogs werden Titelträger

Eine Analyse, die auf beide Halbfinalisten zutrifft. Es ist ein Duell zweier fußballverrückter Nationen mit ähnlicher Historie: Lange galten Portugal und Chile auf ihren Kontinenten als verheißungsvolle Underdogs, die die Großmächte wie Deutschland und Spanien oder Brasilien und Argentinien herausfordern. Doch bei großen Turnieren versagten regelmäßig die Nerven - bis zu den jüngsten Titeln.

Beim Confed Cup können sich beide nun auf ihre Erfahrung verlassen. Portugal und Chile haben neben der größten Starpower auch die zwei ältesten Teams bei diesem Turnier, beim 1:1 gegen Deutschland vertraute Chiles Coach Juan Antonio Pizzi einer Startelf mit einem Altersschnitt über 30 Jahren. "Gefährliches Chile auf dem Weg nach Portugal", titelte "A Bola" beeindruckt.

Doch wie sehr hat das laufintensive Pressing dem Team um die Best-Ager Vidal (30), Sanchez (28), Leverkusens Charles Aranguiz (28) oder dem Ex-Hamburger Marcelo Diaz (30) zugesetzt? Zumindest plagen die Chilenen keine Personalsorgen - im Gegensatz zu Portugal. Pepe fehlt in der zentralen Abwehr gelbgesperrt, neben Guerreiro droht auch der Ausfall von Bernardo Silva. So nährt sich die Hoffnung von Diaz - der schon auf ein erneutes Duell mit dem Weltmeister spekuliert. "Ich würde gerne wieder gegen Deutschland spielen", sagte der frühere Bundesligaprofi. "Sie sind ein starkes Team, es wäre wundervoll, es wäre ein tolles Spiel."

(dpa)
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