Beim 2:0 gegen Wales VfB-Profi Pavard feiert gelungenes Debüt für Frankreich

Saint-Denis · Frankreich, kommender deutscher Länderspielgegner, gelang am Freitag ein 2:0 gegen Wales. Der Stuttgarter Benjamin Pavard feierte einen gelungenen Einstand.

 Benjamin Pavard (r.) im Kopfballduell.

Benjamin Pavard (r.) im Kopfballduell.

Foto: afp

Die Sporttageszeitung L'Equipe schwelgte in höchsten Tönen. "Der Horizont ist blau", kommentierte die Gazette fast schon überschwänglich. Das 2:0 (1:0) gegen Wales im Stade de France von St. Denis bedeutete zwar einen vom Ergebnis zufriedenstellenden Test für die Equipe tricolore, aber in der Abwehr offenbarte der Vize-Europameister einige Schwächen. Die Drachen aus Wales waren mehrmals nahe dran an einem Treffer.

Kein Wunder, dass die L'Equipe vor dem nächsten Widersacher warnte: "Am Dienstag wartet ein Gegner von einem ganz anderen Kaliber. Es war ein kleiner Sprung nach vorne." Im Duell bei Weltmeister Deutschland in Köln (20.45 Uhr/ARD) dürfte der Vize-Europameister in der Neuauflage des EM-Halbfinales von 2016 ganz anders gefordert werden.

Zu den Lichtblicken am Freitag zählte auf jeden Fall Bundesliga-Legionär Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart, der sogar knapp vor einem Torerfolg stand. Sein Schuss landete am Pfosten. "Ich dachte, er wäre drin, und ich war enttäuscht. Trotzdem: es war ein enormes Erlebnis", sagte der VfB-Profi.

Pavard, der mit Beginn der zweiten Halbzeit für Christophe Jallet ins Spiel kam, erfüllte die Aufgabe, die ihm Coach Didier Deschamps gestellt hatte. "Mit meiner Premiere bin ich sehr, sehr zufrieden. Das Wichtigste ist der Sieg", betonte der 21-Jährige. "Der Trainer hatte mir vor dem Spiel gesagt, dass ich zur Halbzeit reinkommen würde. Wenn man sein erstes Länderspiel bestritten hat, ist die Lust, wiederkommen zu dürfen, natürlich groß", äußerte er.

In den Bayern-Profis Corentin Tolisso und Kingsley Coman standen zwei weitere Bundesliga-Gastarbeiter sogar in der französischen Start-Elf. Frankreich ging durch seinen Torjäger Antoine Griezmann (18.) auf Vorlage von Münchens Bundesliga-Rekordeinkauf Tolisso (41,5 Millionen Euro) in Führung. 19 Minuten vor dem Abpfiff machte Olivier Giroud den Sieg der Grande Nation mit einem abgefälschten Schuss perfekt.

"Gelungener Abflug! Die Blauen sind bei ihrer Vorbereitung der WM 2018 ideal gestartet", schrieb Le Parisien und merkte kritisch an: "Frankreich ist zu allem fähig, aber nicht über 90 Minuten." Stark trumpfte einmal mehr 180-Millionen-Mann Kylian Mbappe von Paris St. Germain auf. Der 18-Jährige bereitete auch das 2:0 von Giroud vor.

Ouest France urteilte: "Die Blauen haben wieder Lust auf Spektakel! Griezmann bleibt der Chef, Tolisso kann vielleicht einer werden. Immerhin fehlten neun Stammspieler." Der Courrier de l'Ouest analysierte: "Die Blauen haben wieder die Zusammenführung von Ergebnis und Dominanz gefunden."

Die Waliser traten im Stade de France ohne Superstar Gareth Bale an. Champions-League-Sieger Real Madrid meldete eine weitere Verletzung des Offensivstars. Nachdem der walisische Nationalspieler bereits seit fünf Wochen wegen einer Wadenzerrung gefehlt hatte, erlitt der 28-Jährige während des Trainings am Freitag eine Adduktorenverletzung und steht den Königlichen bis auf Weiteres nicht zur Verfügung.

(ems)
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