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Fortuna Düsseldorf
Die Auswärts-Spezialisten

Rouwen Hennings (Mitte) jubelt mit Julian Schauerte (rechts) und Oliver Fink über sein Tor zum 2:0 in Karlsruhe. FOTO: dpa, uanic

Düsseldorf. Fortuna hat ihre beiden jüngsten Zweitligaspiele auf fremdem Platz gewonnen. Nach dem 3:0 beim Karlsruher SC steht ihr Auswärts-Punktekonto auf 19, während sie zu Hause nur 14 Zähler holte. Dafür gibt es Gründe.

Zu Hause ist es doch am schönsten - außer, wenn man Fortuna Düsseldorf heißt. Die Bilanz in der heimischen Arena ist schwerlich dazu angetan, die Gegner das Fürchten zu lehren: 14 Punkte nur hat die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel in zwölf Spielen gesammelt, steht damit in der Heimtabelle der 2. Fußball-Bundesliga auf Platz 16, nur zwei Zähler vor Schlusslicht Erzgebirge Aue. Errechnet man eine Tabelle allein aus den vergangenen sechs Heimauftritten, ist Fortuna sogar siegloser Letzter.

Und auswärts? Da sieht die Sache völlig anders aus. Die beiden jüngsten Siege beim VfL Bochum (2:1) und am Sonntag beim Karlsruher SC (3:0) haben das Punktekonto auf 19 geschraubt. Damit sind die Düsseldorfer in der Auswärtstabelle Vierter, in Schlagdistanz zu Spitzenreiter VfB Stuttgart (21). Eine Bilanz, die eines Aufsteigers würdig wäre.

Friedhelm Funkel hat zumindest eine Ahnung, wie diese Diskrepanz zustande kommt. "Zu Hause agieren die Jungs oftmals zu ungestüm", erklärt der Coach. "Ein gutes Beispiel ist unser 1:2 gegen Braunschweig. Da sind wir nach 19 Sekunden Spielzeit mit acht Mann nach vorn gestürmt, während drei Braunschweiger in unserer Hälfte standen. Ich bin am Spielfeldrand fast bekloppt geworden. Wenn wir da den Ball verloren hätten, wären wir ganz früh in Rückstand geraten."

Auf fremdem Geläuf leisten sich die Fortunen solche Aussetzer in der Regel nicht. "Da spielen wir mit deutlich mehr Disziplin", sagt Funkel. Zwar leisteten sich seine Schützlinge auch beim KSC in der Anfangsphase ein, zwei Wackler, wirkten aber insgesamt konzentrierter und standen in der Defensive stabiler als im eigenen Stadion. "Die Jungs meinen es ja gut, wollen den eigenen Fans etwas bieten", erläutert der Trainer. "Leider überziehen sie dabei mitunter noch. Wir müssen das disziplinierte Spiel, das wir auswärts zeigen, auch auf die Arena übertragen."

Zumindest kann die Truppe um Kapitän Oliver Fink, dessen Rückenprobleme nach Auskunft von Teamarzt Ulf Blecker keinen Anlass zu größerer Sorge geben, diesen Verbesserungsauftrag dank des souveränen Erfolges im Wildpark nun gelassen angehen. Bei zehn Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz sehen nur noch besonders ängstliche Fans eine Abstiegsgefahr am Horizont - und Kevin Akpoguma. "Unser Ziel sind 40 Punkte", mahnt der Innenverteidiger. "Wir spielen jetzt gegen 1860 München und in Bielefeld. Erst wenn wir da bestehen, können wir sagen, dass der Abstiegskampf vorbei ist."

Seine Kollegen hielten nach dem Sieg beim erschreckend schwachen KSC den Ball zwar ebenfalls wohltuend flach, strahlten aber doch einen Schuss mehr Optimismus aus. "Wir hatten schon vor dem Spiel keine Angst, obwohl es im Falle eine Niederlage noch einmal enger hätte werden können", kommentierte der wiederum bärenstarke Lukas Schmitz. "Angst gehört nicht in den Fußball. Aber es war schon ein richtungweisendes Spiel, und diese Aufgabe haben wir gut hinbekommen." Auch dem Linksverteidiger ist das Missverhältnis zwischen Heim- und Auswärtstabelle nicht verborgen geblieben: "Auswärts läuft es gerade prima. Hoffen wir, dass es nach der Länderspielpause so weitergeht, auch damit, dass Rouwen Hennings meine Flanken zu Toren verwertet. Ich werde mein Bestes tun."

Quelle: RP
 
 
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