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Borussia Mönchengladbach
Hazard führt "Team Marbella 1b" zum 2:0-Sieg

Borussia schlägt Würzburg mit 2:0 FOTO: Dirk Päffgen

Dass Dieter Hecking ein variables 3-4-1-2 nicht schlecht findet, das zum 4-4-2 wird, indem der Spieler auf der linken Außenbahn nach hinten rückt, das hatten die Trainingstage in Marbella gezeigt. Deshalb war es wenig überraschend, dass Borussia im allerersten Spiel unter dem neuen Trainer auch so auflief. Doch es gab beim 2:0-Erfolg gegen Würzburg auch ein beachtenswertes 4-2-4: vier Stammspieler der Hinrunde plus zwei Ergänzungs- plus vier Perspektivspieler.

Seit der Ankunft in Spanien ließ Hecking konsequent zwei Elfer-Teams die Übungen auf dem großen Feld gemeinsam absolvieren. Die größere Zahl der Profis mit Stammplatz-Aussichten machte aus der einen Elf "Team Marbella 1a" und aus der anderen "Team Marbella 1b". Dem Prädikat "hinten dran" widersprach Julian Korb allerdings. "Wir haben einen super Kader und brauchen alle Spieler", sagte er. "Ich glaube nicht, dass eine der beiden Mannschaften im ersten Spiel komplett spielen wird. Das wird sich noch herauskristallisieren."

Doppel-Torschütze Thorgan Hazard wirkte in den vergangenen Tagen trotzdem etwas griesgrämig. Der Belgier schnappte sich auch beim zweiten Elfmeter gegen Würzburg vehement den Ball und verwandelte sicher - wie ein Torjäger eben. In der Tat ist der Konkurrenzkampf greifbar. Dafür sorgen vor allem zwei 19-Jährige, die sich im vergangenen Sommer gut einführten, in der Hinrunde bei der U 23 überzeugten und sich nun wertvoller fühlen dürfen als Kaderplatz 22 und 23. Djibril Sow hatte gegen Würzburg die meisten guten Ideen, der Schweizer ist ein Typ Lars Stindl mit Raffael-Eleganz. Schwieriger zu charakterisieren ist Laszlo Bénes. Der Slowake spielte auf der Doppelsechs neben Christoph Kramer. Als Linksfuß hat er auf der Position ein Alleinstellungsmerkmal. Stets mit Einsatz, immer mutig, oft überraschend - so bewahrt sich Bénes realistische Aussichten auf einen Kaderplatz.

Im Sommer könnte der 1997er-Jahrgang noch einen Vertreter bekommen. Nach Informationen unserer Redaktion ist Borussia am österreichischen U 21-Nationalspieler Konrad Laimer interessiert. Aber der zentrale Mittelfeldspieler von Red Bull Salzburg soll - man kann es sich denken - auch bei RB Leipzig auf dem Zettel stehen.

Der Konkurrenzkampf ist jetzt schon groß bei Borussia, was der guten Stimmung im Team keinen Abbruch tut. "Alle haben ein gutes Gefühl. Fürs Mannschaftsgefüge ist es gut, wenn sich alle wichtig fühlen. So können wir die Trainingsqualität hochhalten", sagte Julian Korb. Am Samstag stehen beim Telekom-Cup in Düsseldorf zwei halbe Testspiele an. Dann dürften "Team Marbella 1a und 1b" schon wieder Geschichte sein.

(jaso)
 
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