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Borussia Mönchengladbach
Die Herausforderer der Herausforderer

Bunte Mischung in Schwarz-Weiß: Julio Villalba (Nummer 20) debütierte am Samstag für Borussia, Fabian Johnson (19) pausierte, Josip Drmic (18) ist verletzt, Laszlo Bénes (22) könnte sich wegen Mickael Cuisance die Augen reiben. FOTO: imago

Mönchengladbach. Beim Telekom Cup musste Dieter Hecking zum letzten Mal auf zahlreiche Stars verzichten. So hatte Borussias zweite und dritte Reihe die Möglichkeit, sich vor dem Trainingslager am Tegernsee noch einmal zu zeigen.

Als die Spieler des FC Bayern sich im Kabinengang aufstellten, standen gut und gerne 500 Millionen Euro Marktwert auf dem PVC-Boden. Der Rekordmeister war beinahe mit einer Art Weltauswahl beim Telekom Cup angetreten. "So einen Kader brauchen die Bayern, wenn sie zu den Top drei in Europa gehören wollen", sagte Borussias Trainer Dieter Hecking, der sich angesichts dieses Aufgebots ein wenig glücklich schätzen konnte, dass Borussia es beim ersten Test gegen Ligamitstreiter nur mit Werder Bremen und 1899 Hoffenheim zu tun bekam.

Zahlreiche von Heckings besten Leuten waren noch nicht im Kabinengang, sondern gemeinsam im Aufzug auf die Tribüne anzutreffen: Yann Sommer, Thorgan Hazard, Ibrahima Traoré, Fabian Johnson, Jannik Vestergaard und Laszlo Bénes. Auf dem Rasen vermischte sich in zweimal 45 Minuten die Hälfte der ersten Reihe mit der zweiten und sogar der dritten. Damit dürfte es ab heute vorbei sein, wenn Borussia ins Trainingslager fliegt, von Tag zu Tag wird die Startelf fürs erste Pflichtspiel gegen Rot-Weiss Essen mehr Konturen annehmen.

28 Spieler nimmt Hecking mit an den Tegernsee und es ist wohl Geschmackssache, ob die vier Fehlenden interessanter sind oder die drei, die aus den hinteren Reihen dabei sind. Zweifellos haben beide Gruppen ihre Berührungspunkte. Dass Timothée Kolodziejczak ausfallen wird, wurde bereits am Freitag bekanntgegeben. Wahrscheinlich hat der Franzose seinen Muskelfaserriss erst Anfang August auskuriert, in anderen Worten: drei, vier Wochen, bevor das Transferfenster schließt. Der junge Reece Oxford machte an der Seite des auffällig guten Tobias Strobl gleich eine bessere Figur in 67 Einsatzminuten beim Telekom Cup. Dann kam Florian Mayer für ihn rein und leitete zwei Möglichkeiten mit einer sehr präzisen und schwungvollen Spieleröffnung ein. Im Elfmeterschießen wurde er mit seinem Fehlschuss zum tragischen Helden - hätte man schreiben können, wenn es bei Vorbereitungsturnieren tragische Helden gäbe. So war es halt eine Erfahrung für den talentierten 19-Jährigen, der gerade erst in Arie van Lents U 23 befördert worden war. Noch zwei Jahre jünger ist Louis Beyer, den Hecking aus der U 19 mitnimmt.

Im Angriff war mit Josip Drmic nicht wirklich zu rechnen gewesen, seit gestern ist nun klar, dass er auch das Trainingslager verpasst. Kwame Yeboah bleibt deshalb bei den Profis. Der Australier hat die 39 bekommen, die alte Stranzl-Nummer, während die traditionelle Stürmernummer 9 neuerdings frei ist. Drmic ist zur 18 gewechselt, die er bereits in Nürnberg hatte und die nach Marvin Schulz' Abgang verfügbar war. Zudem fehlen die Confed-Cup-Sieger Lars Stindl und Matthias Ginter am Tegernsee.

Mickael Cuisance spielt mit der 27, die bei Borussia Erinnerungen an Oliver Neuville weckt. Am Samstag machte der Youngster vor, was Mayer später nachmachen sollte: Erst überzeugen, dann einen Elfmeter verschießen. Trotzdem waren einzelne Fans so begeistert von ihm, dass sie beim Familientag schon mit dem neuen Heimtrikot und der Rückennummer des 17-jährigen Franzosen herumliefen. Ab heute trainiert Cuisance erstmals mit Bénes zusammen. Dann wird er beweisen müssen, dass er zum Herausforderer des Herausforderers werden kann: Bénes (Jahrgang '97) gegen Denis Zakaria (Jahrgang '96), Cuisance (Jahrgang '99) gegen Bénes.

Quelle: RP
 
 
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