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Borussia Mönchengladbach
80.000 Besucher bei Saisoneröffnung

Schlagersänger Rick Arena aus Jüchen auf einer der Bühnen am Borussia-Park. FOTO: Jannik Sorgatz

Mönchengladbach. Das erste Heimspiel gegen Köln findet erst in fünf Wochen statt. Trotzdem hat der Klub am Wochenende schon einmal die neue Saison eröffnet. 80.000 Besucher kamen zum Telekom-Cup und zum Familientag.

Am Sonntag waren dann auch die roten Farbtupfer verschwunden, für die die Fans des FC Bayern gesorgt hatten. Die zweite Hälfte der Saisoneröffnung gehörte zu 100 Prozent den Borussia-Fans, die ihr Stadion am Samstag beim Telekom-Cup noch hatten teilen müssen. Die grün-weißen Bremer fielen farblich nicht aus der Reihe, Hoffenheimer waren kaum zu sehen.

Nachdem die Mannschaft ihren Fans am Samstag mit zwei Niederlagen im Elfmeterschießen keine große Freude hatten machen können, holte sie das am Sonntag nach. "Die Fans unterstützen uns die ganze Saison über, da ist es schön, dass wir ihnen an so einem Tag mit vielen Autogrammen und Fotos etwas zurückgeben und zusammen feiern können", sagte Vizekapitän Oscar Wendt. Der Schwede ist mit am längsten im Verein, am neugierigsten wurden natürlich die Neuen begutachtet, darunter Vincenzo Grifo, im Sommer vom SC Freiburg gekommen. "So etwas gab es in Freiburg auch, aber hier ist das alles deutlich größer", sagte er. Insgesamt 80.000 Besucher kamen an beiden Tagen.

Wer in Ruhe jede Mitmach-Gelegenheit ausprobieren wollte, musste eine gute Kondition mitbringen. Mit so einem Fußball lässt sich eben viel anfangen, ob er nun als Billardkugel auf einem übergroßen Tisch zweckentfremdet oder von lebendigen Kickerfiguren durch die Gegend getreten wird. Genügend Sitzplätze zum Verschnaufen gab es, das Stadion war am Sonntag geöffnet und konnte besichtigt werden. Saisoneröffnung ist auch, wenn der Vater seine kleine Tochter stolz fragt: "Soll ich dir mal die Nordkurve zeigen?" – als sei Borussias berühmte Fantribüne in einem Atemzug zu nennen mit dem Eiffelturm, dem Brandenburger Tor oder dem Kolosseum.

Was die Saisoneröffnung auch ist: ein Anlass für den Verein, sich gemeinsam mit den Fans selbst zu feiern. Und so erinnerte Präsident Rolf Königs mit seinen beiden Vizepräsidenten Siegfried Söllner und Rainer Bonhof sowie Präsidiumsmitglied Hans Meyer fast schon traditionell an die Zeit, als Borussia nicht 83.000, sondern 6000 Mitglieder hatte. Den Blick in die Zukunft richtete Bonhof, der eines der Gesichter der Gladbacher Bewerbung als Austragungsort der EM 2024 ist. "Wir haben alles versucht, um den Borussia-Park an den Mann zu bringen", sagte er, und fügte hinzu: "Wir haben mit Schalke und Dortmund Gegner, die sind sicherlich auf einer anderen Ebene, aber mit Köln und Düsseldorf auch welche, die wir weghauen können."

Bei so viel Enthusiasmus für die EM 2024 hätte fast damit gerechnet werden müssen, Bonhof am Tattoostand von "Magic Moon" aus Erkelenz zu treffen. Dort könnten sich Fans gleich vor Ort tätowieren lassen und erhielten reichlich Anschauungsmaterial, in welchen Variationen sich Vereinsliebe unter die Haut stechen lässt. Überhaupt war die Saisoneröffnung wieder eine Veranstaltung der Marke "Was es nicht alles gibt". Die Namen der Spieler werden nicht mehr nur aufs Trikot gebügelt, wer wollte, konnte sich gleich ein Lars-Stindl-Fahrrad besorgen.

Borussias Kapitän fehlt neben Zugang Matthias Ginter als einziger Spieler, beide sind noch im Urlaub. Der Rest war an diversen Stellen rund ums Stadion unterwegs. So versuchten sich Nico Elvedi, Christoph Kramer und Raffael als Co-Kommentatoren im "Fohlenradio" neben Kommentator Christian Straßburger. Der suchte an diesem Wochenende unter den Fans Verstärkung für ein Heimspiel in der kommenden Saison. "Da waren einige gute Kandidaten dabei", sagte Straßburger, "ein paar Favoriten habe ich." Bis er wieder Bundesligaspiele kommentieren kann, vergehen noch fast fünf Wochen. Am 20. August kommt der 1. FC Köln. Am vergangenen Wochenende fühlte sich der offizielle Start aber schon viel näher an.
 

 
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