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Comeback beim Karneval in Aachen
Guttenberg wird sich im TV zurückmelden

Chronik: Von "abstrusen Vorwürfen" bis zum Rücktritt FOTO: dapd

Aachen. Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wird sich in Deutschland schon bald auf großer Bühne und vor einem Millionen starken Fernsehpublikum zurückmelden: Am 28. Januar 2012 hält er in Aachen die Laudatio auf den Schauspieler Ottfried Fischer, der mit dem 62. "Orden wider den tierischen Ernst" ausgezeichnet wird. Es handelt sich hierbei um einen närrischen Orden, der für Humor im Amt vergeben wird.

Guttenberg, der in wenigen Tagen 40 Jahre alt wird und zurzeit mit seiner Familie in den USA lebt, war der Preisträger des Vorjahres. Er hatte aber seine Auszeichnung im Februar 2011 nicht in Empfang genommen, da er zu diesem Zeitpunkt wegen der Plagiate in seiner Doktorarbeit massiv unter Druck stand.

Eingesprungen für ihn war sein Bruder Philipp zu Guttenberg. Er hielt als Knappe im Narrenkäfig des Aachener Karnevalsvereins (AKV) eine glänzende Rede, in der er die Plagiatsaffäre nicht unerwähnt ließ und seinen großen Bruder wegen dessen gegelter Haare durch den Kakao zog.

Ein Versprechen

Da der Vorjahresritter traditionell die Laudatio auf seinen Nachfolger hält, wurde Karl-Theodor zu Guttenberg im Sommer gefragt. Bei einem Treffen zwischen dem Präsidenten des AKV, Werner Pfeil, und den beiden Guttenberg-Brüdern, das im in Salzburg stattfand, gab der Ex-Minister seine Zusage.

Anlässlich der Vorstellung des aktuell erschienenen Buchs "Vorerst gescheitert" hat er im Gespräch mit "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo jetzt seine Zusage bekräftigt. Er werde gemeinsam mit seinem Bruder Philipp die Laudatio halten. "Wenn ich nicht-politische Versprechen gebe, dann halte ich die auch", sagte zu Guttenberg. Politische Versprechen gebe er erst gar keine ab, weil er die selbst nie habe hören können.

Zurück auf der Bühne

Mit der Veröffentlichung des Buchs unterstreicht zu Guttenberg seine Rückkehr in die bundesdeutsche Öffentlichkeit. Dabei nimmt er auch wieder zu tagesaktuellen Themen wie Bundeswehrreform und Afghanistan Stellung. So erklärte er, der Krieg am Hindukusch sei "keine glühende Erfolgsgeschichte".

Zugleich verwahrte er sich dagegen, er habe seinem Nachfolger Thomas de Maizière (CDU) mit der Aussetzung der Wehrpflicht "einen Trümmerhaufen" hinterlassen. Spitzenpolitiker in seiner Partei sehen die Rückkehr des Ex-Ministers mit gemischten Gefühlen. Empört waren sie über die Aussage zu Guttenbergs, dass die CSU ihren Charakter als Volkspartei verliert.

(RP/pst)
 
 
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