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Sechs Kilometer
Güterzug rollt führerlos von Frechen nach Köln

Bei der Bahn wiederholen sich in den vergangenen Wochen Pannen im Güterverkehr. FOTO: Julian Omonsky

Köln (RPO). Ein Güterzug mit 31 Waggons ist am Montagabend rund sechs Kilometer führerlos von Frechen nach Köln gerollt. Im Stadtteil Junkersdorf durchbrach der Zug das Tor einer Lagerhalle und kam in der Halle zum Stehen.

Erst als die Diesel-Lok gegen eine Brandschutzwand fuhr, kam der Zug zum Stehen, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Es entstand ein Schaden in sechsstelliger Höhe. Die beiden Lokführer waren bereits vorher abgesprungen und dabei leicht verletzt worden.

Der mit Braunkohlestaub und Briketts beladene Zug mit 31 Waggons war den Ermittlungen zufolge auf dem Weg von Oberaußem nach Frechen. Gegen 20.45 Uhr wollte der 44-jährige Lokführer das tonnenschwere Gefährt auf der leicht abschüssigen Strecke abbremsen, doch die Bremsen funktionierten nicht. Daraufhin seien er und sein 20-jähriger Kollege von der Lok abgesprungen.

Der nun führerlose Zug rollte danach laut Polizei noch rund 5 Kilometer weiter auf der Schienenanlage der Häfen- und Güterverkehr Köln AG. Schließlich durchbrach er im Kölner Stadtteil Junkersdorf mit fast 70 Stundenkilometern das Rolltor einer Firma und anschließend das Stahltor einer Lagerhalle. Dort arbeiteten zu diesem Zeitpunkt drei Männer, die aber unverletzt blieben.

Die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Gefährdung des Bahnverkehrs ein. Die Untersuchungen zur Unfallursache dauerten am Dienstag weiter an.

(afp)
 
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