Wermelskirchen Heiße Bauphase in Burg hat begonnen

Wermelskirchen · Am Eschbach haben seit Mittwoch erneut Bauarbeiter mit schwerem Gerät das Sagen. Ein Spezialbohrer wird bald eine neue Stützmauer gegen Hochwasser errichten. Die Straßensperrungen rund um Burg gehen noch bis Mitte 2018.

Ganz langsam schwebten am Mittwoch Mittag die ersten schweren Eisenträger über den Eschbach in Unterburg. Und dann ging es millimetergenau weiter nach unten, wo bereits Arbeiter standen, die die Stahlkolosse schließlich in der richtigen Position verankerten. Wobei dieses Prozedere lediglich der Anfang von noch weit umfangreicheren Maßnahmen war.

Denn seit Mittwoch befindet sich die Großbaustelle für einen verbesserten Hochwasserschutz in Unterburg einmal mehr in einer heißen Phase. Bis Mitte kommenden Jahres werden von der Stadt Solingen und dem Wupperverband auf einer Länge von rund 600 Metern neue Stützwände errichtet. Diese sind wiederum Voraussetzung dafür, dass danach in einem letzten Bauabschnitt das Bett des Eschbachs um bis zu 1,60 Meter tiefer als heute gelegt werden kann.

Die Eisenträger, die am Mittwoch zunächst einmal über dem Bach befestigt wurden, sollen einen großen Bagger mit Bohrer tragen, der seit Mittwochmorgen ebenfalls vor Ort ist. Mit dessen Hilfe werden demnächst Betonpfeile in den Untergrund getrieben, die ihrerseits am Ende jene Mauer bilden werden, die das Kapitel Hochwasser in Unterburg ein für alle mal abschließen soll. So weit ist es allerdings noch lange nicht. Denn die Bauarbeiten erfordern eine ausgeklügelte Logistik. So ist es unabdingbar, dass der Bach während der Montage der neuen Stützmauern eine Zeit lang verschwindet. Zu diesem Zweck wird das Wasser in riesige Röhren geleitet, die dafür Sorge tragen werden, dass die Bauarbeiter stets trockene Füße behalten. Wie dies aussieht, lässt sich bereits im Bereich der Eschbach-Mündung in die Wupper begutachten. Dort installieren die Technischen Betriebe Solingen neue Versorgungsleitungen, weswegen das Bett des Baches zuletzt schon einmal trockengelegt wurde. Was in einem übertragenen Sinne auch für den Straßenverkehr von und nach Burg gilt. Um genügend Platz zu schaffen für die zum Einsatz kommenden großen Maschinen, ist Unterburg im Zuge des jetzt begonnenen Bauabschnitts für mehrere Monate nur noch eingeschränkt zu erreichen. So ist die Ortsdurchfahrt während der täglichen Arbeitszeiten an Wochentagen immer zwischen 7 und 18 Uhr gesperrt.

Eine Einschränkung, mit der sich die meisten betroffenen Anwohner zu arrangieren wissen, zumal ihre Häuser jederzeit angefahren werden können. Gleichwohl gibt es auch immer wieder Autofahrer, die versuchen, die Sperrungen zu umgehen. "Was natürlich nicht geht", wie Rupert Pischel, zuständiger Bauingenieur des Wupperbandes, betont. Denn jede Verzögerung würde Zeit kosten.

Tatsächlich ist mit Abschluss der Gesamtmaßnahme nicht vor dem Frühjahr 2019 zu rechnen, wobei nach dem Ende der momentanen Bauphase der Verkehr wieder störungsfrei laufen kann. Ziel von Stadt und Wupperverband ist es überdies, im Rahmen der Hochwasserschutz-Maßnahme Kollateralschäden möglichst zu vermeiden. So achten die Verantwortlichen ebenfalls darauf, die anliegenden Häuser - etwa vor Erschütterungen - zu sichern.

(RP)
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