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Wissenschaft ist nicht gerade sein Steckenpferd
Am „Schwachpunkt“ arbeiten

Von Anneli Goebels Physik war nicht gerade sein Lieblingsfach, eher seine Schwachstelle . Grund genug für David Mehler , sich beim "nanoCamp" des Senders 3sat zu bewerben. Eine interessante Woche verbrachte der 17-Jährige in Berlin. Na, schon einmal den Mars auf Händen getragen? David Mehler (l.) und Camp-Kollegin Tine Kadow aus Berlin warfen einen Blick hinter díe Kulissen des Deutschen Zentrums für Luft - und Raumfahrt . FOTO: zdf-bilderdienst

Eher zufällig sah David Mehler im Fernsehen eine Werbung für das "nanoCamp". Zwar kannte der 17-jährige Neusser die 3sat-Sendung, doch von solch einem Camp hatte er noch nie gehört. "Ich setze mich gleich an den Computer, um mich zu bewerben", erzählt der Quirinus-Schüler. Dabei ist die Wissenschaft nicht gerade sein Steckenpferd. "Na ja, in Physik bin ich nicht gerade eine Leuchte", gesteht David mit einem Grinsen.

Doch gerade das motivierte ihn. Und so schrieb er in seiner kurzen Bewerbung, dass er sehr begeisterungsfähig sei und in dem Camp eine Chance sehe, einen neuen Einblick zu erlangen. Dann würde vielleicht auch das Interesse am Physikunterricht stärker werden. Drei bis vier Wochen hörte David nichts, dann wurde er angerufen. Per Telefon wurde nach der kurzen schriftlichen Bewerbung ein ebenfalls kurzes Vorstellungsgespräch geführt. David erfuhr, dass sich 400 junge Leute fürs Camp beworben hatten, und er bereits zu den 40 gehörte, die in der engeren Auswahl standen.

Dann ging alles ganz schnell. Schließlich saß David im Flieger nach Berlin. Dort traf er auf elf "Gleichgesinnte". Bereits am ersten Abend ging es in die Wissenschaftsstadt Berlin-Adlershof. Dort erfuhren die Camper, was Einsteins Wirken bis heute für die

Welt der Wissenschaft bedeutet. So wurde den jungen Leuten zum Beispiel erklärt, wie ein Laser entsteht, indem sie selbst einen bauten. Tagsdrauf besuchten sie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Dort steuerten sie unter anderem einen Satelliten und beobachteten den Mars. "Solche Einblicke kann uns der Physikunterricht in der Schule natürlich nicht geben", meint David mit Bedauern, aber durchaus auch Verständnis. Natürlich wurden die Camper stets von einem Kamerateam begleitet. Abends während der Sendung - montags bis freitags ab 18.30 Uhr - konnten dann Freunde und Verwandte regelmäßig sehen, was ihre Lieben denn am Tag so erlebt hatten.

Neben viel viel Wissenschaft kam allerdings auch das Vergnügen nicht zu kurz. Die jungen Leute erkundeten Berlin, machten Sport, grillten abends gemeinsam oder verschafften sich einen Überblick über die Kneipenszene. Deutsch und Geschichte - das sind die Leistungskurse, die David im kommenden Schuljahr belegen möchte - trotz des Camps.

Doch: "Wenn ich könnte, würde ich sofort noch einmal teilnehmen. Es hat riesigen Spaß gemacht, auch wenn viele viel mehr wussten als ich", sagt David. Bald sieht er alle wieder - bei einem nano-Nachtreffen.

Quelle: NGZ
 
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