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Neuss
Weste als Lebensretter: Rhein-Ruderer kentern

Neuss. Neuss/Köln (-nau) Sie waren schon fast daheim. Doch bei Rheinkilometer 704 kenterten vier Ruderer vom Neusser Ruderverein (NRV) am Ostersonntag auf dem Hochwasser führenden Rhein zwischen Langel und Worringen.

Weil sie automatische Rettungswesten trugen, konnten sich die drei Männer und ihre Begleiterin auf die linke Rheinseite an Land retten. Diesen Westen verdankt die Bootsbesatzung nach Darstellung eines Sprechers der Feuerwehr Köln vermutlich ihr Leben.

Die Ruderer, alle im Alter zwischen 20 und 30 Jahren und seit Jahren im Verein, kamen von der Mosel, wo sie in der Karwoche eine Wanderfahrt unternommen hatten. In Koblenz kamen sie auf den Rhein, der sie nach Ansicht von Dr. Joachim Goetz, dem Vorsitzenden des Rudervereins, mit leichtem Hochwasser überraschte.

Bei hohem Wasserstand, so bestätigte Bernd Frank von der Wasserschutzpolizei Köln, "ist der Rhein etwas rauer". Für weitere Wellen sorgten die Binnenschiffe auf dem Strom. Die gekenterten Ruderer berichteten den Mitarbeitern der Kölner Feuerwehr denn auch, sie seien mitten im Rheinstrom von der starken Bugwelle eines Frachters erfasst und zum kentern gebracht worden.

Die Feuerwehr wurde um 15.29 Uhr alarmiert und löste wegen des Bootsunglücks einen Großeinsatz aus. Neben der Feuerwache Chorweiler wurden auch der Rettungsdienst aus Chorweiler, der Führungsdienst aus Weidenpesch, der Rettungshubschrauber aus Merheim und die Tauchergruppe der Feuerwehr Köln aus der Innenstadt in Marsch gesetzt.

Sie mussten nicht einschreiten. Gut 15 Minuten später wurden die gestrandeten Ruderer erschöpft an Land ausgemacht und mit leichter Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht, das sie schon bald verlassen konnten.

Das gekenterte Boot sank nicht, sondern trieb kieloben ab, wurde aber von einem Rettungsboot der Feuerwehr Köln zehn Kilometer unterhalb der Unglücksstelle in der Nähe von Dormagen gesichert und mit Hilfe weiterer Ruderer geborgen. Am Ostermontag konnten vier Neusser Ruderer das Boot in den Heimathafen überführen.

Mit Vorwürfen des Vereins müssen die gekenterten Ruderer nicht rechnen. Im Gegenteil. Goetz lobte die Umsicht der Wassersportler, die sich vorschriftsmäßig verhalten hätten. Und er unterstrich, dass der Ruderverein nur Fahrten auf dem Rhein zulässt, wenn zumindest einer an Bord umfassend geschult ist und auf kritische Situationen reagieren kann. Wanderfahrten so früh im Jahr nannte er nichts Ungewöhnliches. "Wir fahren 168 000 Kilometer im Jahr", bilanzierte er die Gesamtleistung des Vereins. "Das schafft man nicht im Sommer allein.

Quelle: NGZ
 
 
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