Mönchengladbach Künstler Heinz Mack erhielt für seine Verdienste den Jan-Wellem-Ring

Mönchengladbach · Die Sonne schien. Das gefiel Heinz Mack, dem Künstler des Lichts, der Farben, Rhythmen, Elemente und Strukturen. Vor dem Düsseldorfer Rathaus-Portal empfing der 85-jährige vitale Weltbürger viele Gäste persönlich, die zur Feierstunde geladen waren. Oberbürgermeister Thomas Geisel überreichte Mack im Namen des Rates der Landeshauptstadt den Jan-Wellem-Ring wegen seiner Verdienste, die den Ruf der Kunststadt nach dem Krieg mit begründeten und die Zeit eines aufreibenden Künstlerlebens mehrten. Es sind ein gutes Dutzend Skulpturen in der Stadt, die die Kühnheit des Bildhauers demonstrieren.

 "Ein schöner Ring", befand der neue Träger des Jan-Wellem-Rings, Künstler Heinz Mack (Mitte), nachdem ihm Düsseldorfs OB Thomas Geisel die Auszeichnung im dortigen Rathaus überreicht hatte; für Ehefrau Ute gab es Blumen.

"Ein schöner Ring", befand der neue Träger des Jan-Wellem-Rings, Künstler Heinz Mack (Mitte), nachdem ihm Düsseldorfs OB Thomas Geisel die Auszeichnung im dortigen Rathaus überreicht hatte; für Ehefrau Ute gab es Blumen.

Foto: Orthen

An drei Gymnasien hatte der junge Kunsterzieher einst Kinder unterrichtet. Das war nur eine kurze Episode nach dem Krieg, als man Sorge trug, woher das Geld zum Leben kommen sollte. Mit 18 war Mack schon in der Kunstakademie eingeschrieben, deren Ehrenmitglied er heute ist und deren Impulse ihn in der auf Aufbruch gebürsteten, brodelnden Düsseldorfer Szene auf die umtriebigen Pfade setzten, die ihn weltberühmt gemacht haben.

In Düsseldorf schlug die Geburtsstunde der Zero-Bewegung, "ein großes Glück für uns", wie Geisel anmerkte in seiner Laudatio. Zero mit seinen Gründern Otto Piene und Heinz Mack sowie dem später dazustoßenden Günther Uecker ist in Düsseldorf groß geworden, hat sich international verzweigt und erlebt in der jüngsten Vergangenheit ungeahnte Höhenflüge. Das ist auch der Zero-Stiftung zu verdanken, die die Stadt mit Unterstützung der drei Protagonisten gründete und unterhält. "Düsseldorf ist stolz auf Sie", sagte Geisel, und dass ein Künstler von Weltrang wie der Mönchengladbacher Mack auch Botschafter sei, der Maßstäbe setze und dabei stets das Morgen im Sinn habe. Mack sei auf seinen Reisen um die Welt gekommen, so sei er Forscher und betreibe Völkerverständigung im Namen der Kunst.

Der neue Träger des Jan-Wellem-Ringes bedankte sich für die Geste der Anerkennung und nutzte die Feierstunde für einen Appell: "Bleiben Sie wachsam" , forderte er in Richtung OB, die Stadt sollte sorgfältig im Umgang mit Kunst sein, nichts verkaufen, aber behüten und bewahren. Bei wichtigen Entscheidungen sei eine Kunststadt vom Rang Düsseldorfs verpflichtet, sich von Fachleuten beraten zu lassen. Jan Wellem sei ein Lehrstück der Geschichte, denn die prächtige Sammlung des Kurfürsten könne man heute - bis auf ein Rubens-Bild - in München bewundern. Mit Mack feierten Freunde, Politiker und Wegbegleiter, darunter seine Frau Ute und Tochter Valeria Mack, Anwalt Felix Ganteführer, Galerist Michael Beck, Verleger Till Breckner, Kulturdezernent Hans-Georg Lohe sowie Karl Hans Arnold, Vorsitzender der Rheinische Post Mediengruppe, mit Ehefrau Irene.

(RP)
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