Weeze Pläne für Alten Markt in der Kritik

Weeze · Die vorgesehene Reduzierung von Parkplätzen sorgt für Widerspruch aus Weezes Bürgerschaft. Handlungsbedarf beim Ladenleerstand wird gesehen. Gemeinde hat in dieser Frage schon mehrere Versuche ohne Erfolg unternommen.

 Bilder der Gegensätze: Während der Alte Markt in Weeze verwaist erscheint, ist auf dem Cyriakusplatz mehr los.

Bilder der Gegensätze: Während der Alte Markt in Weeze verwaist erscheint, ist auf dem Cyriakusplatz mehr los.

Foto: Evers (Archiv, links)/Seemann

Ohne Kritik lief die Diskussion über die Umgestaltung des Alten Marktes in Weeze unter den Kommunalpolitikern nicht ab. Und auch bei manchen Bürgern ist das, was auf dem Areal geplant ist und vom Ausschuss letztlich gebilligt wurde, nicht unumstritten. So wird die Idee, das Wort "Weeze" aus 1,80 Meter großen Buchstaben zu bilden, als nur anderswo sinnvoller Gag abgetan. Am drängendsten aber scheint die Parkplatzfrage zu sein.

Weeze: Pläne für Alten Markt in der Kritik
Foto: Anthe Seemann

"Es ist klasse, dass die was machen, aber...", leitet Elisabeth Behet von der Bäckerei Willems ihre Beurteilung ein. Sie empfindet als existenzbedrohend, dass der Alte Markt seine Bedeutung als Zentrum mittlerweile an den Cyriakus-Platz mit Rossmann und Rewe verloren hat. "Ich habe so gut wie keinen Durchlaufverkehr mehr", beklagt die Bäckermeisterin, deren Betrieb seit fast 100 Jahren vor Ort ist. Sinkende Kundenzahlen führten dazu, dass sie ihre Bäckerei seit Jahresbeginn montags bis donnerstags nachmittags geschlossen hat. Wenn es, wie geplant, auf dem Alten Markt weniger Parkplätze geben sollte, werde die Laufkundschaft noch mehr abnehmen.

Die angedachten Riesenbuchstaben sollten wohl nur klarmachen, dass der Alte Markt noch zu Weeze gehört, kommentiert die 63-Jährige fast resignierend. Sie will auf jeden Fall die Anzahl der Parkplätze nicht kleiner sehen. Und für mehr Attraktivität könnte ein neues Geschäft, zum Beispiel ein kleiner Textilladen, sorgen.

"Einen Leerstand will keine Kommune, aber das ist alles sehr schwierig", erklärte Bauamtsleiter Wilhelm Moll-Tönnesen gestern auf Anfrage. Seitdem der frühere Rewe-Markt ausgezogen sei, "dümpelt es einzelhandelsmäßig vor sich hin". Wobei die Gemeinde alle Hebel in Bewegung gesetzt habe, um leere Ladenlokale in Weezes Zentrum neu zu beziehen.

Nach langen Bemühungen sei irgendwann klar geworden, dass sich kein Einzelhändler ansiedeln wolle. "Deshalb haben wir beschlossen, die Verschönerungsmaßnahme am Alten Markt auf jeden Fall durchzuführen." Wegen der Ansiedlung neuer Geschäfte wolle die Verwaltung aber auf jeden Fall am Ball bleiben.

Ebenfalls seit Jahren gebe es die Diskussion um Parkplätze, so der Bauamtsleiter. Unter anderem sei in der Bürgerwerkstatt mehrmals darüber geredet worden. "Ein schwieriges Thema", meint der Verwaltungsvertreter. Er ist der Meinung, dass bei einer Reduzierung von neun auf sieben Parkplätze keiner davon abgehalten werde, am Alten Markt einzukaufen. Andererseits scheine es in Weeze für manche ein Problem zu sein, wenn er statt fünf Meter 15 laufen muss.

Die Neugestaltung des Alten Marktes im Zentrum der Gemeinde soll noch in diesem Jahr vorgenommen werden. 60.000 Euro beträgt die Investitionssumme. Blumenpyramiden und ein Brunnen vor der Apotheke sind einige der Gestaltungselemente.

(RP)
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