Kempen Überfall in der Sparkasse Waldniel

Kempen · Mit einer Schusswaffe in der Hand und mit einer Haube maskiert überfiel am Dienstagmorgen ein Mann die Sparkassen-Filiale in Waldniel. Der Täter konnte trotz Fahndung flüchten.

 Um 9.05 überfiel der etwa 1,75 Meter große Täter die Sparkasse in Waldniel.

Um 9.05 überfiel der etwa 1,75 Meter große Täter die Sparkasse in Waldniel.

Foto: Jungmann

Gestern Morgen gegen 9 Uhr ist die Sparkassen-Filiale in Waldniel an der Dülkener Straße überfallen worden. Der Räuber bedrohte die Kassiererin mit einer dunklen Schusswaffe und flüchtete zunächst zu Fuß durch den linken Filialausgang an der Rückseite des Gebäudes. Dann lief er durch die Büsche auf den Wallweg. Dort hatte der Mann offenbar ein Fahrrad deponiert. Er fuhr mit einem dunklen, älteren Hollandrad nach links über die Dülkener Straße in Richtung Kreisverkehr davon.

Schnell war ein Hubschrauber in der Luft, und die Polizei suchte mit mehreren Polizisten und Hunden die Umgebung ab. "Sie haben uns gefragt, ob wir einen Mann auf einem Fahrrad gesehen haben", erzählen zwei Männer, die am Kreisverkehr Dülkener Straße/St.-Michael-Straße stehen. Einige Polizisten folgten von dort aus einem Hund über die Amerner Straße in Richtung Nordtangente. Am Kreisverkehr an der Einmündung zur Hausermühle tüteten sie einen Gegenstand ein, der Hund zog weiter in Richtung Kaiserpark. Doch trotz des großen Aufgebots gelang es nicht, den Räuber zu stellen.

Die Frage, die sich viele Menschen jetzt stellen: Ist es die 18. Tat des gesuchten Serienräubers? Zuletzt waren am Mittwochvormittag vergangener Woche die Sparkasse an der Hauptstraße in Viersen und am selben Nachmittag die an der Burgfreiheit in Mönchengladbach-Odenkirchen überfallen worden. Danach hatte die Polizei bekannt gegeben, dass es sich nach ihrer Einschätzung um einen Serientäter handelt - und insgesamt 17 Taten seit Anfang Oktober 2014 aufgelistet. Zwölf davon fanden in NRW statt, sechs Mal in unmittelbarer Nähe. Schaag, Neersen, Viersen und zweimal Mönchengladbach sowie ein Ortsteil von Hückelhoven stehen mit auf der Liste.

Die Beschreibung des Waldnieler Täters passt von Größe und Statur her zur Beschreibung des Serienräubers. Der Täter in Schwalmtal war etwa 1,75 Meter groß und von sportlicher Statur. Er trug einen dunkelblauen, unifarbenen Kapuzensweater. Anhaltspunkte dafür, dass er - wie in der ersten veröffentlichten Meldung - eine silberfarbene Jacke trug, haben sich bislang nicht bestätigt. Er trug eine schwarze, weite Hose. Möglicherweise handelte es sich um eine Jogginghose. Zudem hatte er schwarze Sportschuhe mit weißer Sohle an und war mit einer schwarzen Haube mit Sehschlitzen maskiert. Doch diese Maskierung passt nicht zu den bisherigen Taten. Dort hatte er fast immer eine auffällige dicke Brille mit dunklem Gestell getragen. Deshalb war die bei der Polizei im Kreis Neuss angesiedelte Ermittlungskommission auch "Brille" genannt worden.

Aber auch dieser Täter hatte eine Tasche mitgebracht - diesmal eine Stofftasche statt einer Plastiktüte wie bei den anderen Überfällen. Die Tasche war ein heller Beutel mit einem roten Streifen ringsherum und der Aufschrift "Tengelmann". Inzwischen dürfte diese Tasche noch deutlich mehr Rotanteil haben, denn der Kassiererin gelang es, ein Sicherheitspack zwischen den Geldscheinen zu deponieren, das unmittelbar nach dem Verlassen der Bank auslöste und Geld und Tasche zumindest teilweise rot gefärbt haben dürfte.

(RP)
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