Artikel merken

Wählen Sie, welchen Ressorts, Themen und Autoren dieses Artikels Sie folgen möchten. Entsprechende Artikel finden Sie dann auf „Mein RP ONLINE“

Hilden
Stadt: Neubau wertet Beethovenstraße auf

FOTO: Matzerath Ralph

Hilden. Investor will Bauantrag zu neuem Nahversorgungszentrum frühestens im November stellen.

Das für die Beethovenstraße geplante Nahversorgungszentrum bleibt weiterhin in der Diskussion. Die Hildener Stadtverwaltung antwortete jetzt auf eine Anfrage der Bürgeraktion, die sich um die künftige Lebensqualität von Anwohnern und Geschäftstreibenden sorgt.

Wie bekannt ist, plant der Investor Greyfield Group Essen den Abriss der bisherigen Gebäude und einen neuen, so genannten "großen Sonderbau" mit einem umfangreichen Supermarkt und kleineren Geschäften im Erdgeschoss sowie 110 Mietwohnungen unterschiedlicher Größe im preisgedämpften Bereich. Die Verträge mit den bisherigen Mietern werden derzeit offenbar gekündigt.

Bislang jedoch, so betont Bürgermeisterin Birgit Alkenings in ihrem mehrseitigen Antwortschreiben an die Bürgeraktion jetzt erneut, gebe es noch keine konkreten Baupläne. Ein Bauantrag sei nach Angaben des Investors frühestens Mitte oder Ende November dieses Jahres zu erwarten. Vor diesem Hintergrund könne von einem besonderen Zeitdruck für betroffene Mieter "nicht die Rede sein".

Gleichwohl haben diese damit begonnen, Unterschriften gegen das Neubau-Projekt zu sammeln. "Was gedenkt die Verwaltung zu tun, um die Kündigungen abzuwenden und den Menschen mit ihren Existenzen eine wie auch immer geartete Überlebens-Perspektive zu geben?", fragte Ludger Reffgen von der Bürgeraktion. Alkenings betont, dass es sich um freiwillig abgeschlossene Mietverträge zwischen Vermieter und Mieter handelt, die nun in Vorbereitung auf ein Neuvorhaben gesetzeskonform gekündigt werden. "Der Bauträger hat der Stadt Hilden gegenüber sein Interesse zum Ausdruck gebracht, die Auflösung der Mietverhältnisse möglichst im Einvernehmen mit den Mietern umzusetzen", so Alkenings. Dazu sei ein professioneller Mediator beauftragt worden, um entsprechende Lösungen zu finden. Die Stadt Hilden dürfe jedoch nicht "in privaten Rechtsverkehr eingreifen". Die Sorge der Bürgeraktion, dass durch diese neuen Entwicklungen die Lebensqualität im Viertel sinke, teilt die Stadtverwaltung nicht. Eine Einschätzung, der zufolge der Stadtteil Hilden-Nord ein benachteiligtes oder strukturschwaches Quartier wäre, "muss aus Sicht der Verwaltung entschieden widersprochen werden".

So zeichne sich das "Quartier", das einen Teil des so genannten Musikantenviertels umfasst, beispielsweise nicht durch einen besonders hohen Ausländeranteil aus. Zum Vergleich: Der Ausländeranteil der Gesamtstadt liegt bei 12.3 Prozent, die Nordstadt hat einen Anteil von 11,7 Prozent, und das Quartier hat einen Anteil von 9,41 Prozent. Einzig im Hochhaus Beethovenstraße 31/33 erreiche der Ausländeranteil einen Wert von 31,5 Prozent. "Ob und in welcher Weise es sich dabei um benachteiligte Mitbürger handelt, kann von hier aus nicht beurteilt werden", so Alkenings. Und so lasse sich im Stadtteil weder eine soziale, noch eine ethnische Segregation feststellen.

Das Projekt diene der langfristigen Sicherung der örtlichen Nahversorgung und der Schaffung von Wohnraum. Ebenso würden wichtige gesellschaftliche Grundfunktionen für die gesamte Nordstadt erhalten.

Quelle: RP
 
top