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Grevenbroich
Saxofonquartett zieht als Favorit ins Finale von "Jugend musiziert"

Grevenbroich. Salopp übersetzt bedeutet ihr Name so etwas wie "volle Pulle". Und nachdem das von Dominik Oppel geleitete Saxofonquartett "Tutta forza" beim vorangegangenen Wettbewerb auf Landesebene die Höchstpunktzahl erspielte, wollen die vier nun beim "Jugend musiziert"-Finale am Pfingstsonntag in Paderborn natürlich alles geben, um zu gewinnen.

"Der Erfolg ist ein Nebenprodukt", nimmt Musikschullehrer Oppel Druck vom Kessel. Primär geht es ihm darum, dass Meike Lehmann (18), Liza Rayka (17), Lukas Claaßen (19) und Simon Löns (16) sich "im Erwachsen werden mit Musik beschäftigen". Das nämlich fördert nicht nur kognitive Eigenschaften, sondern ebenso Konzentrationsfähigkeit, Verantwortungs- und Selbstbewusstsein. Vor allem von Letzterm haben die jungen Musiker eine ordentliche Portion. Als sie kürzlich für Bundeskanzlerin Angela Merkel spielten, bereitete ihnen die prominente Zuhörerein "kein besonderes Lampenfieber", wie sie einstimmig sagen. "Adrenalin gehört dazu", ergänzt Liza. Seit 2011 spielt das Quartett, bestehend aus drei Grevenbroichern und einem Kaarster, zusammen, und das überaus erfolgreich. Beim weihnachtlichen Gastspiel in der Düsseldorfer Tonhalle beispielsweise applaudierten ihnen etwa 2000 Zuhörer.

Alle entdeckten in ihrer Jugend das Instrument für sich, zu dem einmal wöchentlich stattfindenden Termin als Quartett übt jeder für sich zu Hause. "Da muss jeder selbst wissen, wie hoch sein Pensum ist", beschreibt Meike, wie aufwendig individuell gearbeitet wird.

Die musikalische Arbeit nehmen alle vier ernst. "Das ist sehr zeitaufwendig", sagt Liza. Freunde treffen, Kino, Sport und "mal Serien gucken" gehören zum bevorzugten Freizeitprogramm jenseits der Töne. Vorm Wettbewerb allerdings gibt es fast nichts anderes - zumal, da es voraussichtlich in dieser Konstellation die letzte Teilnahme bei "Jugend musiziert" sein wird.

Sein "ganzes Leben" steht Lukas, der bereits das Abi in der Tasche hat, auf der Bühne. In der Big Band des Erasmus-Gymnasiums ebenso wie an der Musikschule, "Tutta forza" und zusammen mit Simon in der "Jungen Bläserphilharmonie NRW". Sein Hobby ist Berufsziel, er möchte auf Lehramt Musik studieren. Die jungen Frauen stecken mitten im Abi und haben dann nicht-musikalische Pläne, Simon hält sich noch "alles offen". "Ich könnte jetzt schon Tränen vergießen", sagt Meike, laut Eigenbeschreibung "sehr emotional" über das, was nach "Tutta forza" kommt. "Wir sind zusammen gewachsen und haben viel miteinander erlebt. Wenn es das Quartett nicht mehr gibt, wird es sehr still sein." Als Gegenmittel wirkt hoffentlich der Paderborner Applaus im Gedächtnis lange nach.

(von)
 
 
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