Artikel merken

Wählen Sie, welchen Ressorts, Themen und Autoren dieses Artikels Sie folgen möchten. Entsprechende Artikel finden Sie dann auf „Mein RP ONLINE“

Goch
Bahnhofstraße verändert ihr Gesicht

Noch steht das alte Haus an der Bahnhofsstraße. Aber in diesem Monat soll mit dem Abriss begonnen werden. FOTO: Gottfried Evers

Goch. Auf knapp 500 Quadratmetern Grundfläche baut die Gocher KB-Wohnbau GmbH ein Mehrfamilienhaus. Ein Investor ist bereits gefunden, noch diesen Monat ist Baubeginn. Gerade bei Älteren ist zentrumnahes Wohnen immer gefragter.

Die Gocher Bahnhofstraße hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Leerstand und Geschäftsansiedlungen, Abriss und Neubau. Im Jahr 2012 etwa siedelten Josef und Jörg Thonnet ihren Elektrofachhandel auf der Straße an. Noch in diesem Monat ändert die Straße wieder ihr Gesicht. Die Gocher KB-Wohnbau GmbH baut auf einem Grundstück von 487 Quadratmeter Fläche ein Mehrfamilienhaus mit insgesamt zehn Wohnheinheiten. "In dieser innerstädtischen Lage findet man keine leeren Grundstücke mehr. Da muss man sich anders orientieren", sagt Architekt Dennis Lamers.

Daher weicht an der Bahnhofstraße jetzt ein altes Gebäude, in dessen Erdgeschoss früher unter anderem eine Pizzeria ansässig war, einem kompletten Neubau. "Noch in diesem Monat wollen wir mit dem Abriss beginnen, je nachdem wie schnell die Stadt die Arbeiten vor der Haustür abgeschlossen hat", sagt Lamers. Diese waren zuletzt Thema in Goch, weil Bäcker Joachim Reffeling gegen die Neupflanzung eines Baums protestierte, dessen Vorgänger für die Arbeiten abgeholzt wurde - mit Erfolg. Gerade für Gocher, die im Alter in einer zentralen Lage wohnen möchten, sei die Lage ideal, meint Dennis Lamers.

"Hier haben Anwohner Supermärkte und Geschäfte ganz in der Nähe, die sie fußläufig erreichen können", sagt er. Altersgerechtes Wohnen werde ein immer größeres Thema in der Gesellschaft, so der Architekt. "Die Wohnungen sind komplett barrierefrei und mit einem Aufzug erreichbar."

Auch die Wohnungsgrößen sind der Zielgruppe angepasst. "Sie liegen zwischen 48,75 und 60,76 Quadratmetern. Also optimal für ein oder zwei Bewohner", sagt Lamers. Sobald mit dem Bau angefangen werden kann, dauere es noch etwa zwölf Monate. Vor Weihnachten des kommenden Jahres sollen die Wohnungen also bezugsfertig sein.

Einen Investor hat die KB-Wohnbau vor wenigen Tagen gefunden. Dieser möchte die Wohnungen später zur Vermietung anbieten. Interessant für zukünftige Bewohner wird das neue Haus demnach etwa in einem halben Jahr. "Dann wollen wir an den Markt gehen und mit der Vermietung beginnen", sagt der Architekt. Die Gesamtwohnfläche beträgt 559,91 Quadratmeter, dazu kommen 107,76 Quadratmeter Nutzfläche. "Gerade für Innenstädte ist das Modell sehr lukrativ. Komplett neue Wohnungen, die barrierefrei sind und über Balkon und Fußbodenheizung verfügen, ermöglichen den Gocher Bürgern, auch im fortgeschrittenen Alter noch selbstständig zu leben", sagt Lamers. Also genau, was auch von der Politik gefordert werde: Bezahlbarer Wohnraum in Zentrumsnähe gelegen.

Und für die Bahnhofstraße ergibt sich ein weiterer Effekt: Eine neue Fassade schließt unansehnlichen Leerstand und erhöht die Attraktivität der Umgebung. Die Bahnhofstraße verändert eben wieder ihr Gesicht.

Quelle: RP
 
top